Zur Einführung

Zur Einführung

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Zugegeben meine Wahrnehmung hat sich in den letzten 35 Jahren stark verändert. Was sich nicht verändert hat, ist meine Leidenschaft für die Fotografie. Zunächst war es 20 Jahre lang die “analoge” und nun seit 15 Jahre die “digitale” Fotografie, die mich begeistert und erfüllt hat.

In 20 Jahren “Produktfotografie” blieb mir – neben dem Broterwerb im Studio – immer noch ein kleinwenig Zeit übrig für Denkbilder meiner ganz eigenen Art. Seit einiger Zeit spukt in meinem Kopf die Idee herum, aus dem Fundus dieser Denkbilder einen eigenen virtuellen Raum zu gestalten.

Einen virtuellen Raum nur mit meinen Lieblings-Denk-Bildern !
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Die Bilder, die ich bevorzugt ausgesucht habe, konzentrieren sich auf ganz alltägliche Sujets, bzw. huldigen – natürlich nur meiner Meinung nach – auf besonders gelungene Weise der Wabi-Sabi-Ästhetik – also einer einfachen Schönheit an der Schwelle zum Vergehen. Wer hofft, in dieser Galerie, in technischer Perfektion, spektakuläre Objekte abgelichtet zu finden, wie z.B. die “Golden Gate Bridge”, die “New Yorker Skyline” oder die “Niagarafälle”, hat sich gänzlich verirrt und wird hier keinesfalls fündig werden. Ich habe diesen virtuellen Raum ganz schlicht “Öko-RadiX-Galerie” genannt und ihn in 9 von einander leicht abgetrennte Ausstellungsräume aufgeteilt. Alle Bilder in diesen 9 Räumen stehen in einer unterirdischen Verbindung zu meinen tiefenökosophischen Themen im “ÖkoRadiX” Blog. Aber die Bilder suchen in einer ganz eigenen Weise – mit einer nicht sprachlich-begrifflichen Methode – nach den “verlorenen Wurzeln des Lebens”.

In sieben Ausstellungsräumen dieser virtuellen Galerie finden Sie ausschließlich Arbeiten, die ich dem Format .16.:.9. (verkleinert auf 1920×1080/bzw. auf 1024 x 576 Pixel) gewidmet habe. Auf der Startseite mit dem “Mauerkopf” Header, der übrigens erst vollständig zu erkennen ist, wenn man den Browser zusammenschiebt, finden Sie einen Überblick über alle 9 verschiedenen Ausstellungsräume. Die Bilder, die zu den Ausstellungsräumen führen, sind grundsätzlich schwarz-weiß ausgeführt und durch einen Klick mitten auf diese Bilder gelangen Sie in die einzelnen Räume, mit den zumeist farbigen Bildern. Die Bilder werden Ihnen in einer automatisch ablaufenden Bilder-Galerie präsentiert, wenn Sie mit dem Mauszeiger das Bild an irgendeiner Stelle berühren, stopt der automatische Bildlauf, gleichzeitig können Sie auch die Thumbnail-Navigation unterhalb des Bildes benutzen. Die Thumbnails sind sehr klein gehalten, um, entgegen der heutigen Seh- und Konsumgewohnheiten, das jeweils einzelne Bild zu betonen.
Mit dieser Wegweiser-Methode versuche ich gleichzeitig den physiologischen Vorgang des Sehens nachzuvollziehen! Denn wir nehmen von allem, was wir sehen, zuerst das monochromatische, kontrastreiche hell-dunkel/schwarz-weiß Bild mit unseren “Stäbchen” – Fotorezeptoren wahr und erst anschließend wird das Bild mit den spezialisierten “Zapfen” – Fotorezeptoren farbig wahr genommen. Diese Zapfen-Farbrezeptoren haben sich beim Menschen in der Evolution zu drei verschiedenen Typen entwickelt, die Rotrezeptoren (L-Typen),  die Grünrezeptoren  (M-Typen) und die Blaurezeptoren (S-Typen). Wir besitzen also ein RGB Farbsystem, mit dem wir farbig sehen können. In unserem durch das Gehirn errechneten Bewußtsein haben wir das Gefühl, wir nehmen ein leuchtendes Rosenrot wahr, in Wahrheit wird uns diese Farbwahrnehmung nur vorgegaukelt, denn unsere Zäpfchen nehmen von dem Rosenrot jeweils den roten, den grünen und den blauen Anteil wahr und aufgrund dieser digitralen Information verrechnet unser Superhirn das Ganze zu einem Farberlebnis, das wir ein “leuchtendes Rosenrot” nennen! Das ist – nebenbei bemerkt – auch der Grund, weshalb bei der Entwicklung von Computer-Bildschirmen ebenfalls das RGB Farbsystem zu Grunde gelegt wurde.

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RGB-Baum

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Entwicklungsgeschichtlich ist die neuronale Verarbeitung von Bildern viel, viel älter, als die Kommunikation und das Denken mit Sprache und Begriffen. Deshalb berühren uns Bilder auf eine viel unmittelbarere Weise als Texte, sie wirken auf Areale unserer “neuronalen Verstrickungen” ein, die nur oberflächlich betrachtet kulturgeschichtlich, sprachlich, begrifflich reglementiert und gesteuert werden. Bilder – bei mir sind es oft auch “nur” einfache Strukturen, die ich in den Bildern widerzuspiegeln versuche – gehen in Resonanz mit verschütteten, ganz unmittelbaren Gefühls- und Strukturwelten.

Ähnliches findet mit Ähnlichem immer wieder zusammen, deshalb bringen z.B. oft Makros aus der Natur eine Seite in uns zum klingen, von deren Existenz wir gar kein Bewußtsein hatten. Um diesen natürlichen Prozeß der Wahrnehmung von farbigen Bildern zu unterstützen, habe ich bei der Bearbeitung der Bilder den subjektiven Eindruck, den wir von Farben und ihrer Intensität haben, durch eine künstliche Anhebung der Bild-Dynamik und des Kontrastes der Bilder nachgeholfen, um möglichst genau das subjektive Farbempfinden nachzubilden.

In der niederländischen Hell-Dunkel-Malerei des 17. Jahrhunderts wurde erstmalig gezielt das Geheimnisvolle in die Bilder eingearbeitet, meine Bilder geben in ihrem Kontrastumfang dem Geheimnis seine Berechtigung zurück, auch der schwarze Hintergrund trägt dem Rechnung und ist nicht nur dem sachlich besseren Sehen der Bilder geschuldet. Im Dunkeln bewahrt sich der Zauber der Welt und erteilt der universalen Verwaltung aller Lebensaspekte, die möglichst ins grelle Licht des Tages gezogen werden sollen, um sie handhabbar zu machen, eine Absage.

Ich bin ein großer Anhänger der fraktalen Geometrie, also von Gebilden, die sich in immer kleinere, ähnliche Gebilde, selbstähnliche Formstrukturen, zerlegen lassen. Fraktale Erscheinungsformen – selbstähnliche Strukturen, statistische Selbstähnlichkeiten – findet man überall in der Natur. Die Zunahme an Komplexität, die wohl ein Grundgesetz der Evolution zu seien scheint, womit der II. Hauptsatz der Thermodynamik sich strukturell überall wiederzufinden scheint, hat ihren Widerpart in der sich vielleicht endlos wiederholenden Selbstähnlichkeit von Strukturen.

Strukturelle Bilder und strukturelles Denken ist deshalb so faszinierend, weil sich ähnliche Strukturen in allen nur erdenklichen Lebensbereichen wiederfinden – natürlich zum Guten wie zum Schlechten, das sei immer mitbedacht. Diese Vorliebe für strukturelle Bilder findet sich ganz besonders in meinen Denkbildern aus dem Themenkomplex Serielle Photographie wieder, seit mehr als zwei Jahrzehnten liegt mir die serielle Photographie besonders am Herzen, weil sie einerseits strukturell erhellend wirkt und andererseits einen ganz unmittelbaren Zugang zu unseren unterbewußten Welten – jenseits der Begriffe – findet. Für meine seriellen Arbeiten verwende ich vor allem das Format .5.:.3. (verkleinert auf 1800×1080/bzw. auf 1024 x 614 Pixel), weil es auch die Komposition einer seriellen Kollage in einer 15er Matrix,  mit 5 x 3 Quadraten, möglich macht. Alllerdings habe ich ja in meinem kurzen Text “Serielle Photo-Kunst” darauf hingewiesen, daß ich in dieser virtuellen Galerie, das Tableau, die Kollage – also auch die 15er Matrix – im Moment nicht benutzen möchte.

Das Betrachten von einzelnen Bildern – ich versuche in den einzelnen Räumen möglichst wenige Bilder, mit einem großen Abstand zueinander, zu zeigen – fällt völlig aus den Sehgewohnheiten der Jetztzeit heraus. Meine Gedankenwelt orientiert sich mehr an den Vorstellungen des Zen, wonach das Besondere im Leisen, im Alltäglichen zu finden ist und nicht in der großen Geste, dem großen Auftritt. Wir sind heute eher das Gegenteil davon gewohnt, da wir ständig von den riesigen Wellen unserer heutigen “Kultur-Müll-Industrie” überschwemmt werden, von allem muß es vor allem immer VIEL sein, viele Bilder, viel laute Musik, unendlich viele aber leere Worte, die in eine bedeutungsschwangere Verpackung gehüllt werden, da wird z.B. die jahrtausende alte Frage nach dem “Sinn des Lebens” mit der richtigen Automarke oder dem passenden Outfit verknüpft!

Einen ganz eigenen Bereich bildet der Raum, den ich “Digit • Art by Dal” genannt habe und in dem ich ein paar Arbeiten zur digitalen Ver- und Bearbeitung von Photographien gesammelt habe. In diesem Raum Digit • Art by Dal  benutze ich – als Hommage an die Landschaftsbilder Gustav Klimts – das Format .1.:.1. (verkleinert auf 1920×1920/bzw. auf 777 x 777 Pixel). Auch die Bilder in meiner Schwertliliensammlung benutzen das “Klimt-Format” 1 : 1, obwohl gerade diese Bilder von mir so gut wie gar nicht digital bearbeitet wurden. Sie sind – fast unbearbeitet – von ihrem künstlerischen Ausdruck so ungeheuer intensiv, das ich hier unbedingt eine Verbindung zu meinen Digit • Art Arbeiten herstellen wollte! Eine Hommage an die größte aller Künstlerinnen, die Natur.

Nun, niemand ist gezwungen, sich der Mühe zu unterziehe, in meiner kleinen Galerie einzelne Arbeiten von mir anzusehen und seine Zeit mit der Betrachtung einzelner Bilder zu “verschwenden” – genau das ist doch der große Vorteil, den wir immer noch haben, die “verwaltete Welt” funktioniert nicht so universal, als daß wir nicht immer noch selbst entscheiden könnten. Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen, der mit einzelnen Bildern etwas anfangen kann, bei dem einzelne Bilder die Phanatasie auf Reisen zu schicken vermögen, das würde mich natürlich freuen, mehr will ich mit dieser kleinen Galerie gar nicht bewirken. Ich habe keine Message! Na vielleicht doch eine ganz, ganz kleine, zurückhaltende Hoffnung, daß das ein oder andere Bild einen klitzekleinen Anstoß zu einer klitzekleinen Achtsamkeitsübung gibt!

Das Leben – und vielleicht sogar der Vorschein von Glück – findet sich immer nur in den Details, nicht in den großen, groben Linien, wer an diesen Details achtlos vorübergeht, der geht am Leben vorbei! Wer sich die Mühe gibt, etwas näher anzusehen, der wird vielleicht irgendwann beglückt feststellen, daß sich in jedem Detail ferne, riesige Welten und Geschichten auftun, die es lohnen, betrachtet zu werden und die alle miteinander irgendwie zusammenhängen. Nur Mahakashyapa lächelte, als der Buddha die Lotusblume in seiner Hand zu drehen begann und damit war schon die ganze Predigt zuende gegangen, denn der Buddha hatte damit alles gesagt, was er überhaupt sagen und seinen Anhängern hinterlassen konnte…

Jetzt kommt also doch noch ‘ne Message, ich hab’s doch gewußt – irgendwo ist doch immer ein Haken dabei …

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Ach – fast hätte ich es vergessen, ich habe meine Lieblingsbilder mit zwei meiner Lieblings-CDs unterlegt, wen das nervt, der kann ganz unten auf der “player” Leiste die Pausentaste drücken, dann ist die Musik ausgeschaltet, wem die Musik gefällt, der kann auch auf dem Positionsschieber eine spätere Stelle anwählen, dann wirken die Bilder in der Kombination wieder ganz anders.

Wen es interessiert, ich habe zur Musikuntermalung Keith Jarrett (Köln Konzert) und Michel Petrucciani zusammen mit Steve Grossman benutzt.

Ich hoffe, das ist für die Rechteinhaber ok, da meine Galerie ja keinerlei komerzielle Ziele verfolgt …

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