Serielle Photographie

Serielle Photo-Kunst

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Bei allen Arbeiten, die ich gedanklich vorbereite und realisiere, drängt sich mir immer sofort der strukturelle, systemische Aspekt auf, der sich meiner Meinung nach durch das universale Gesetz der Resonanz ergibt, indem alles mit allem in Resonanz tritt und somit sich ein strukturelles Raumgitter ergibt, daß man mathematisch wohl am besten mit dem Hilpert-Raum beschreiben kann und in seinen unendlichen Dimensionen längst den euklidschen Raum verlassen hat. Der Hilpert-Raum beschreibt die Unterseite unserer Wirklichkeit deutlich besser als wir es aus der euklidschen Geometrie gewohnt sind und das nicht nur in der Physik sondern auch in der bildenden Kunst!

RaumGitter werden durch Wirkteilchen und Wirkfelder aufgebaut und durchziehen als Netz den Raum – der Raum ist also gerade nicht kontinuierlich, sondern von einem alles beeinflussenden Gitter bestimmt. Damit wird das Netz des RaumGitters nicht nur zur perfekten Metapher sondern auch zur physikalischen Wirklichkeit unterhalb der Wahrnehmung. Wir sind resonante Struktur und wir sind von Strukturen bestimmt.

Triptychon der Wahrnehmungen

Die mesokosmischen Strukturwelten, in denen ich arbeite und die für mich ein Transaktionsriemen zwischen der makro- und mikrokosmischen Welt darstellen, lassen sich am ehesten durch ein serielles Arbeiten in der Photographie in die sichtbare Welt bringen. Die Serie, die Sequenz gehört ganz klar mit der Struktur zusammen und kann bildlich als ein mesokosmisches Mosaik verstanden werden, als ein Abbild von einer oder von mehreren Ideen.

Meine serielle Photographie bewegt sich auf einer sehr langen Zeitachse und indem immer wieder neue Bilder zu bereits Bestehendem hinzutreten, ergeben sich nicht nur immer wieder neue Aspekte der photographierten Objekte sondern gleichzeitig auch neue Aspekte des künstlerisch-photographischen Sehens.

Alles hängt im Kosmos mit allem zusammen, alles ist zusammengesetzt nichts ist wirklich von einander geschieden, deshalb ist die Sequenz, die Reihe von Bildern, die man über die Zeit zu einem Themenkomplex zusammensammelt, wesentlich näher an unserer holistischen Welt, als das perfekte Einzelbild, das ebenso ein Konstrukt ist, wie die berühmte Weltformel und letztlich nur unserer Wunschvorstellung entspringt, alles mit einem einzigen Griff zu beherrschen.

Ein typisches Beispiel meiner seriellen Arbeit ist meine Sammlung von Schwertlilien-Bildern. Es ist einmal die Idee – im platonischen Sinne – die wir von einer Schwertlilie ansich haben und es ist andererseits die Vielfältigkeit ihrer unendlich vielen Ausdrucksformen, die einmal durch eine schier endlose Zahl von Varietäten bestimmt wird, andererseits aber auch in Raum und Zeit mit der Welt zusammentritt und in jeder Sekunde, bei jedem veränderten Lichtstrahl und leichtem Windstoß dem Photographen von sich ein ganz neues Bild zeigt.

Serielle Photographie ist das Ergebnis einer alternierenden Bewegung zwischen dem Besonderen und dem Allgemeinen. Alles ist mit allem anderen – besonders innerhalb eines Themenkomplexes –  in einem Ähnlichkeitsverhältnis umfangen und trotzdem ist alles getrennt und einzeln. Was die serielle Arbeit in der Photographie besonders reißvoll erscheinen läßt, ist das ständige Fortschreiten zu immer neuen Details, es ist eine Arbeitsweise, die exakt zu dem Motto dieser Galerie paßt: “Je näher man etwas ansieht – desto ferner sieht es zurück”

Auch wenn die Darstellung serieller Arbeiten in Form von Tableaus besonders reißvoll ist, habe ich mich entschieden in dieser virtuellen Galerie auf Tableaus zu verzichten, wenn man mal von dem Eingangsmenü absieht. Der Grund für diese Entscheidung ist der inflationäre Gebrauch von Bildern und Bildwelten in unserer heutigen Medienwelt. Inzwischen ist die Betrachtung eines einzelnen Bildes geradezu anachronistisch, vor einem einzelnen Bild zu verweilen, ist aus der Mode gekommen, es zählt immer nur Masse, es muß immer von allem viel sein. Um diesem Trend und dieser Gefahr in meinen seriellen Arbeiten zu entgehen verzichte ich sowohl auf Tableaus wie auf eine Thumbnail-Navigation, um dem einzelnen Bild in der Serie seine Würde zurückzugeben.

Sehen Sie sich nun – wenn Sie Lust haben – ein Beispiel meiner seriellen Photo-Kunst an: Meine Schwertlilien-Sammlung!

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